Aktuelle Konzertkritik
zum Konzert vom 24.11.2007 in der Basilika am Petersberg (Münchner Merkur, Dachauer Nachrichten vom 5.12.2007)
| Expressive Melodik betont Textinhalte | |
| von Renate Hitz |
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der Basilika am Petersberg haben das Vokalensemble und Solisten des
St.-Anna-Chores "Musikalische Exequien , op 7" von Heinrich Schütz
(1585-1672) unter der Leitung von Robert Scheingraber aufgeführt.
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Das Konzert fand im Rahmen der Jubiläumsveranstaltung anlässlich des 900-jährigen Bestehens der Kirche statt. Begleitet wurden die Sänger am Basso Continuo von Klaus Schnädelbach. Der thüringische Landesherr, Fürst Heinrich Posthumus Reuß, der sein Begräbnis bereits zu Lebzeiten bis ins Detail plante, bestellte bei Schütz mit der deutschen Begräbnis Messe eine Vertonung der von ihm ausgesuchten Bibelstellen. Entstanden ist ein faszinierendes Opus, das in seiner Außerge-wöhnlichkeit nachhaltigen Eindruck beim Zuhörer hinterließ. Dieses Werk, für sechs, acht und mehr Stimmen mit Generalbass komponiert, unterstreicht einmal mehr das Anliegen des Meisters, seine Musik in den Dienst des Textes zu stellen und mit einer besonders expressiven Sprache der Melodik die Sinnauslegung der Bibeltexte zu vergegenwärtigen. "Nacket bin ich von Mutterleibe kommen" heißt es zu Beginn, vom Chor wunderbar getragen in schwebender Klarheit dargeboten. Verhaltene Farbigkeit entfaltet sich durch die Phrasenwiederholungen des "Herr, erbarm dich über uns" in den einzelnen Stimmen. "Herr, wenn ich nur dich habe" beherrscht den zweiten, achtstimmigen Teil, mit einem strahlenden Sopran, der sich über die anderen Stimmen erhebt. Der dritte Teil birgt eine Besonderheit: Drei Sänger verlassen den Altarraum, singen den Part der Engel aus dem hinteren Kirchenschiff und schaffen eine eigene Atmosphäre von Losgelöstheit. Das Publikum zeigte mit seinem anhaltenden Applaus seine Anerkennung für die Leistung der Sänger, die chorisch und solistisch dieses Werk zu klangvoller Entfaltung gebracht haben. |


